Preissenkungen in Frankfurt, Wiesbaden und Mainz und niedrigste Tariferhöhung seit Verbundgründung

RMV-Aufsichtsrat tagt in Bad Homburg: 50 Prozent günstiger mit RMVsmart50, neue Fahrzeuge für das Taunusnetz, Einführung einer neuen Seniorenkarte in Frankfurt

(kus) In seiner Sitzung am Dienstag, 12. September, im Kulturbahnhof in Bad Homburg hat der Aufsichtsrat des RMV die Anpassung des Tarifs, die Einführung neuer Angebote und die Anschaffung neuer Fahrzeuge beschlossen.

 

Zum 1. Januar 2018 wird der Tarif des RMV um durchschnittlich 1,5 Prozent erhöht. Dies ist die niedrigste Fahrpreiserhöhung seit Gründung des Verkehrsverbundes im Jahr 1995. Auch für die kommenden drei Jahren schafft der RMV Planungssicherheit für die Fahrgäste: Der Aufsichtsrat beschloss eine Deckelung der Tarifanpassung für die kommenden drei Jahren um durchschnittlich maximal 1,5 Prozent pro Jahr.

Preissenkungen in Frankfurt

Der Aufsichtsratsvorsitzende, Frankfurts Oberbürgermeister Feldmann, sagte dazu: „Ein guter Tag für alle Menschen, die schon heute Busse und Bahnen nutzen und ein weiteres gutes Argument zum Umstieg vom Auto in Busse und Bahnen. Für Erwachsene sinken die Fahrpreise in Frankfurt: 1. Bei der Tageskarte von 7,20 auf 5,35 Euro. Bei der Tageskarte Kinder von 4,20 auf 3 Euro. 2. Wir werden ein Seniorenticket für Frankfurt anbieten, das mit dem Jahreswechsel in Anspruch genommen werden kann. Der Preis liegt, so es für ein Jahr erworben wird, knapp über 45 Euro im Monat, das heißt 1,50 Euro pro Tag. Damit lösen wir das den älteren Bürgerinnen und Bürgern gegebene Versprechen ein, nach dem Schülerticket auch für sie ein preislich attraktives Angebot anzubieten. 3. Einzelfahrscheine: Erwachsene runter von 2,90 auf 2,75 Euro. Kinder runter von 1,65 auf 1,55 Euro.“

 

„Gerade jetzt, wo der Dieselgate unsere Gesellschaft erschüttert, ist es uns wichtig, ein klares Signal für die Attraktivität des ÖPNV zu setzen“, sagte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende, der Landrat des Hochtaunuskreises, Ulrich Krebs. „Der ÖPNV ist das umweltfreundlichste Verkehrsmittel und ganz klar das Verkehrsmittel der Zukunft. Es ist deshalb richtig, „dass der RMV seinen Nutzern einen guten Preis bietet, um eine glaubhafte Alternative zum Individualverkehr zu sein.“ Außerdem, sagte Krebs, sei es Aufgabe des RMV, zuverlässig in den Ausbau der Infrastruktur zu investieren, „damit wir den Menschen in unserer wachsenden Region langfristig ein umweltbewusstes Angebot machen können.“

 

Prof. Knut Ringat, Geschäftsführer des RMV, sagte: „Die maximale Erhöhung von durchschnittlich 1,5 Prozent in den kommenden drei Jahren ermöglicht es uns, den Fahrgästen weiterhin einen attraktiven ÖPNV anzubieten. Wir bedanken uns beim dem Aufsichtsrat für die Unterstützung und das Vertrauen, gemeinsam die Region zu bewegen.“

50 Prozent Ersparnis beim RMVsmart

Eine positive Zwischenbilanz zog Ringat zum Pilotprojekt RMVsmart: „Über 16.000 Fahrgäste testen derzeit mit uns, wie der Tarif der Zukunft aussehen könnte. Mit den Kunden haben wir in den vergangenen Monaten gemeinsam ein Basispreismodell entwickelt, „bei der eine Halbierung der Einzelfahrpreise möglich ist.“ Dabei zahlt der Fahrgast bei RMVsmart50 einen Betrag von fünf Euro im Monat. Damit halbiert sich für jede Fahrt mit der Wahl des Basispreis-Modells automatisch der Preis jeder Fahrt.

 

Darüber hinaus gibt es eine generelle Absenkung der Preise in RMVsmart. Der Grundpreis pro Fahrt sinkt von 1,69 Euro auf 1,60 Euro (beim RMVsmart50 sogar auf 80 Cent). Der Preis pro Kilometer im Schienenverkehr sinkt im Ballungsraum von 21,8 Cent auf 20 Cent, im Regionalverkehr von 10,9 Cent auf 10 Cent. Beim RMVsmart50 gilt ein Kilometerpreis im Schienenverkehr von 10 Cent im Kernnetz des Ballungsraums und 5 Cent im Regionalnetz.

 

„Als besonderen Anreiz, vom PKW auf die Bahn zu wechseln“, sagte Ringat, „können die Fahrkarten im RMVsmart für bis zu vier Mitfahrer ebenfalls zum halbierten Preis gekauft werden. So sind wir eine umweltfreundliche, günstige Alternative zum Stau im Rhein-Main-Gebiet.“

Neue Fahrzeuge für den Taunus

In der Aufsichtsratssitzung wurde auch der Weg freigemacht für die Beschaffung neuer Eisenbahnen auf den RMV-Linien 11, 12, 15 und 16, dem sogenannten Taunusnetz. „Das Taunusnetz ist von zentraler Bedeutung für den RMV“, sagte Landrat Ulrich Krebs. „Mit der Beschaffung eigener Fahrzeuge stellen wir sicher, dass der Betrieb zum 11. Dezember 2022 aufgenommen werden kann.“ Die 26 Fahrzeuge werden zwischen 120 und 145 Millionen Euro kosten. „Der Aufsichtsrat hat ausdrücklich den Auftrag erteilt, den Einsatz modernster Technologien wie Brennstoffzellenfahrzeuge bei betrieblicher Eignung und adäquater Wirtschaftlichkeit sicherzustellen. Wir wollen unser Versprechen einhalten, das umweltfreundlichste Verkehrsmittel der Region zu sein“, betonte der stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende des RMV.

Neue Seniorenkarte für Frankfurt und günstigere Tageskarten in Mainz und Wiesbaden

Der Aufsichtsrat beschloss auch die Einführung eines neuen Angebotes für Senioren in Frankfurt. Die 65-plus Economy Variante wird als Pilotversuch für das Stadtgebiet Frankfurt angeboten. Der Frankfurter Verkehrsdezernent Klaus Oesterling sagte hierzu: „Die Karte soll 550 Euro für ein Jahr kosten, gilt ausschließlich für das Tarifgebiet Frankfurt, ist ab 9 Uhr morgens bis Betriebsschluss gültig und verzichtet bewusst auf die 1. Klasse, damit wir das Angebot so günstig wie möglich halten können.“ Oesterling zeigte sich zufrieden darüber, dass damit eines seiner wichtigsten Anliegen, „für Frankfurt eine preisgünstige, echte Seniorenkarte zu schaffen“ in die Tat umgesetzt werde.

 

 

Neben Frankfurt sinken auch in Mainz und Wiesbaden zum kommenden Jahreswechsel die Preise und zwar für Tageskarten. „Der ÖPNV muss eine sozialverträgliche und vergleichsweise kostengünstige Alternative zum PKW bleiben“, so Wiesbadens Oberbürgermeister Sven Gerich. „Gerade aus dem Blickwinkel der Umweltverträglichkeit, der Reduzierung von Belastungen durch Feinstaub als auch Stickoxiden durch Dieselmotoren, ist ein attraktives Angebot im Bereich des ÖPNV das zentrale Anliegen im Bereich städtischer Mobilität“, so der Mainzer Oberbürgermeister Michael Ebling. In Wiesbaden und Mainz bleiben die Preise für die Einzelfahrkarten für Kinder (1,60 Euro) und Erwachsene (2,80 Euro) konstant. Die Preise für die Tageskarten sinken auf 5,35 Euro für die Erwachsenen (vorher 6,70 Euro), für Kinder auf 3,00 Euro (vorher 3,90 Euro).

15. Kinder-Uni ist gestartet

(kus) Tausende von Kindern im Alter von acht bis zwölf Jahren aller Schulformen sind seit Dienstag eingeladen, Uni-Luft zu schnuppern und sich als Studierende zu fühlen. Denn vom 12. bis 15. September findet wieder die Kinder-Uni an der Goethe-Universität statt. 

Durch Rumpelstilzchen als Angeklagtem, mit Laserschwertern oder durch die Frage, wie eine Biene zur Königin wird, wird den jungen Forschern näher gebracht, wie spannend Universität sein kann.

Oberbürgermeister Peter Feldmann besuchte gemeinsam mit Universitätspräsidentin Prof. Dr. Birgitta Wolff die Vorlesung „Funktionieren eigentlich Laserschwerter?“ und begrüßte die jungen Gäste: „Ich freue mich, hier zu sein und mitzuerleben, wie wissbegierig ihr seid.“ Die Kinder-Uni, sagte Feldmann, sei einzigartig: „Der Ansatz, Kindern von klein auf zu vermitteln, dass Universität allen offen steht, legt den Grundstein für eine erfolgreiche Schullaufbahn und ermutigt dazu, eine akademische Laufbahn einzuschlagen – auch diejenigen Kinder, die nicht aus einer Akademiker-Familie stammen. Ich danke allen, die dieses Format jedes Jahr mit viel Liebe auf die Beine stellen.“

Prof. Wolff ergänzte: „Die Kinder-Uni macht mit ihren unterhaltsamen Vorlesungen seit 15 Jahren Lust auf Wissenschaft und ist mit bis zu 14.000 Kindern die bestbesuchte Veranstaltungsreihe dieser Art in Deutschland. Willkommen bei uns auf dem Campus sind Kinder aller Schulformen. Sie können an der Goethe-Uni erstmals echte Campusluft schnuppern. Und wer weiß: Vielleicht kommen sie ja später als Studierende wieder…“

Der Vortrag über Laserschwerter von Sascha Vogel behandelte die Frage, ob Inszenierungen in Hollywood wirklich funktionieren können. Die Kinder hörten dem Physiker gespannt zu und erhielten einen Einblick, welche Ideen der Filmemacher Wirklichkeit werden können. „Nicht nur Kinder faszinieren die Einblicke in die Physik, die wir heute erhalten haben. Ich bin immer wieder begeistert, was man alles im Rahmen der Kinder-Uni erfährt“, sagte Peter Feldmann, der im Anschluss an die Vorlesung ein Gespräch mit Frankfurter Schülern führte. Im Interview mit der Moderatorin Sina Weinhold erzählte der Oberbürgermeister von seiner Schulzeit: „Ich war Stadt- und Landesschulsprecher und habe mich schon immer für Bildungsgerechtigkeit eingesetzt. Damals wie heute ist es unsere Aufgabe, dafür zu kämpfen, dass alle Kinder, die Abitur machen wollen, es auch können. Deshalb auch mein Rat an euch: Schule ist eine tolle Zeit. Seid jederzeit wissbegierig, neugierig und offen. Dann habt ihr die besten Chancen.“

 

 


Oberbürgermeister Feldmann gratuliert Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland zum 100-jährigen Jubiläum

(kus) „Seit dem 16. Jahrhundert ist unsere jüdische Gemeinde eines der geistigen Zentren des europäischen Judentums“, sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann anlässlich des Festakts zum 100-jährigen Jubiläum der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland (ZWST). „Seit der Emanzipation ist Frankfurts moderne Entwicklung untrennbar mit jüdischen Stiftern, Mäzenen, Unternehmern, Bankiers, Schriftstellern, Wissenschaftlern, Politikern und Journalisten verbunden. In dieser Tradition steht Bertha Pappenheim, auf die die Gründung der Zentralwohlfahrtsstelle der Juden in Deutschland maßgeblich zurückgeht - eine große Frankfurterin.“

Die ZWST sei bis heute die erfolgreiche Sozialorganisation des deutschen Judentums mit professioneller Kompetenz und Herz für die einfachen Menschen.

In seine Gratulation schloss der Oberbürgermeister alle Geschäftsführer der ZWST ein und würdigte in besonderer Weise das Wirken von Berthold Simonsohn, „denn er hat maßgeblich nach dem Krieg die ZWST wieder aufgebaut und gemeinsam mit seiner Frau Trude Simonsohn unser Frankfurt geprägt, er ist und bleibt unvergessen. Aber auch alle anderen Geschäftsführer und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verdienen Dank und Anerkennung. Der amtierende Geschäftsführer Benni Bloch hat mit der Integration von Menschen jüdischen Glaubens, die früher hinter dem Eisernen Vorhang lebten und in die Bundesrepublik kamen, eine Herkulesaufgabe gemeistert und sich gleichzeitig um die Freundschaft mit Israel verdient gemacht. Wir sind stolz und dankbar, dass die ZWST ihren Sitz in Frankfurt hat.“

 

 


Richtfest für das Deutsche Romantik-Museum

(kus) Am Montag, 11. September, sind Bauherr, Architekt und Handwerker sowie die maßgeblichen Projektförderer und -unterstützer zusammen gekommen, um das Richtfest für das Deutsche Romantik-Museum traditionell zu feiern. Damit ist ein weiterer Meilenstein des Museumserweiterungsbaus des Freien Deutschen Hochstifts erreicht. 

„Mit etwas Phantasie lässt sich der Bau, den Architekt Christoph Mäckler und sein Team errichten, nun schon erkennen – er wird dem neuen Museum ein wunderbares Zuhause sein. Wir freuen uns auf die Realisierung; die neuen räumlichen Möglichkeiten werden unsere Arbeit beflügeln“, sagte Prof. Dr. Anne Bohnenkamp-Renken, Direktorin des Freien Deutschen Hochstifts.

Oberbürgermeister Peter Feldmann betonte die Bedeutung des Vorhabens: „Mit dem Deutschen Romantik-Museum entsteht ein Museums-Ensemble am Großen Hirschgraben – im Herzen der Stadt – das seinesgleichen sucht. Goethe-Haus und Romantik-Museum werden eine Einheit bilden, die dem Besucher einen umfassenden Einblick in eine uns bis heute prägende Zeit des Umbruchs ermöglicht und ein umfassendes Verständnis für die in Kunst, Literatur, Kultur, aber auch in den Wissenschaften bedeutende Epoche zwischen der Mitte des 18. und der Mitte des 19. Jahrhunderts weckt.“

„Vom Deutschen Romantik-Museum werden viele profitieren: Die Stadt Frankfurt gewinnt ein einzigartiges Museumsensemble rund um diese wichtige Schlüsselpoche, das romantische Hessen einen zentralen Knotenpunkt für seine zahlreichen Erinnerungsstätten“, hob Boris Rhein, Hessens Minister für Wissenschaft und Kunst, hervor. „Zudem entsteht mit der direkten Nachbarschaft zum Goethe-Haus und Goethe-Museum die Chance auf einen einzigartigen kulturellen Dialog zwischen Goethe und der Romantik. Daher unterstützen wir dieses Projekt tatkräftig. Ich wünsche dem Projekt zum Richtfest, dass die Arbeiten weiterhin gut vorangehen und hier künftig viele neugierige Besucherinnen und Besucher die Welt der Romantik entdecken werden.“

Dass das Deutsche Romantik-Museum in Frankfurt den passenden Standort gefunden hat, erläuterte Kulturdezernentin Ina Hartwig: „Frankfurt ist der richtige Ort, denn die Bewegung der Romantik ist ja aufs Engste mit Goethe verknüpft. Darüber hinaus liegen in den Magazinen des Freien Deutschen Hochstifts auf eine mehr als hundertjährige Sammlungstätigkeit zurückgehende Romantik-Schätze – Handschriften von Clemens Brentano, Novalis, den Brüdern Schlegel, Tieck, Eichendorff, aber auch so bekannte Gemälde wie Caspar David Friedrichs Abendstern, Bilder von Carus und Graphiken von Philipp Otto Runge. Sie alle werden endlich einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein.“

Auch der verantwortliche Architekt Prof. Christoph Mäckler unterstrich die Bedeutung des entstehenden Museumsbaus: „Identität entsteht an diesem Ort durch historische Kontinuität. Deshalb reagiert das neue Museum nach außen auf die Kleinteiligkeit am Großen Hirschgraben, während es in seinem Inneren den Geist der Romantik in die Zukunft trägt.“

Die Museographie konnte nach Abschluss der öffentlichen Ausschreibung im Herbst 2016 an die Arbeitsgemeinschaft der renommierten Büros Bach Dolder (Frankfurt) und Katz Kaiser (Köln/Darmstadt) vergeben werden. Die Eröffnung des Museumserweiterungsbaus ist für das Frühjahr 2020 vorgesehen. Die Finanzierung des Deutschen Romantik-Museums verteilt sich mit jeweils vier Millionen Euro auf Bund und Land, 1,8 Millionen kommen von der Stadt Frankfurt, die auch das Grundstück zur Verfügung stellt, und über 6 Millionen Euro von privaten Spendern. Zu den maßgeblichen Förderern zählen die Deutsche Bank AG und die Ernst Max von Grunelius-Stiftung sowie der Kölner Galerist Karsten Greve, die Stiftung Polytechnische Gesellschaft, der Kulturfonds Frankfurt RheinMain und die Wüstenrot Stiftung. Dazu kommen mehr als 1200 Privatspender.

Der Vorsitzende des Verwaltungsausschusses des Freien Deutschen Hochstifts, Carl L. von Boehm-Bezing, dankte Bund, Land und Stadt sowie nicht zuletzt den privaten Geldgebern und Stiftungen für ihre großartige Unterstützung. „Nur mit den Spenden zahlreicher Bürger und Bürgerinnen aus Frankfurt und weit darüber hinaus ist es gelungen, die Mittel zusammenzutragen, die zur Ergänzung der Förderung durch unsere institutionellen Zuwendungsgeber erforderlich wurden. Das erfolgreiche Zusammenspiel von privaten Geldgebern und öffentlicher Hand hat die Realisierung des Deutschen Romantik-Museums erst ermöglicht.“

Zu dem Ensemble am Großen Hirschgraben werden neben dem Deutschen Romantik-Museum auch 28 Wohnungen gehören. Der Cantate-Saal wird saniert und bleibt für die Kultur erhalten. Das Gesamtensemble entsteht nach dem städtebaulichen Entwurf des Büros Michael A. Landes. Dieser zeichnet verantwortlich für die Wohnbebauung, den Cantate-Saal und den Hof. Die Investitionssumme für das Gesamtprojekt beläuft sich auf 27 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für Ende 2018 vorgesehen.

Bauherr für das Projekt ist die ABG Frankfurt Holding. „Wir freuen uns als Immobilienkonzern den Bau dieses für Frankfurt wichtigen Museums termingerecht und im Kostenrahmen umzusetzen und damit eine Beitrag zur Stadtentwicklung zu leisten“, sagte ABG-Geschäftsführer Frank Junker.

 

 


Antisemitismus keinen Raum geben

Magistrat beschließt Vorgehen gegen antisemitische BDS-Bewegung

(kus) Der Magistrat der Stadt Frankfurt am Main hat am Freitag, 25. August, die Vorlage von Bürgermeister und Kirchendezernent Uwe Becker für ein entschiedenes Vorgehen gegen die antisemitische BDS-Bewegung in Frankfurt beschlossen. Seit über zehn Jahren versucht die BDS-Bewegung (Boycott, Divestment, Sanctions), den Staat Israel international zu isolieren und ruft in vielen Ländern zunehmend zu Boykottmaßnahmen auf. „Es geht im Kern der BDS-Bewegung um die Delegitimierung des Staates Israel, zu deren Zweck Boykott und Diffamierung als Mittel eingesetzt werden. Von selbsternannter ,Kaufhauspolizei‘, die israelische Waren in Geschäften brandmarkt und damit auch Händler einschüchtert, über die Einschüchterung von Künstlern, die in Israel auftreten oder dies möchten, bis hin zur Störung von Veranstaltungen reicht weltweit ein Ausschnitt verschiedenster BDS-Aktivitäten. Die BDS-Bewegung nutzt mit ihren Botschaften die gleiche Sprache, die einst Nationalsozialisten gebrauchten, um auszudrücken: ,Kauft nicht bei Juden!‘. Die BDS-Kampagne wählt mit ihrer tief in das Fundament der Legitimation des jüdischen Staates reichenden Kritik an Israel den Umweg über den Antizionismus, um beim Antisemitismus anzukommen. Die BDS-Bewegung ist damit eine zutiefst antisemitische Bewegung und soll in der Stadt Frankfurt am Main keinen Raum haben. Wir bekennen uns zu der tief empfundenen Freundschaft zu Israel und setzen uns für eine friedliche Lösung des Konfliktes zwischen Israel und den Palästinensern ein“, erklärte Bürgermeister Uwe Becker.
Nach Beschluss des Magistrats sollen in Frankfurt am Main keinerlei Räumlichkeiten oder Flächen für BDS-Aktivitäten zur Verfügung gestellt werden und auch Zuschüsse sollen Vereinen oder Organisationen verwehrt werden, die die antisemitischen Aktivitäten von BDS unterstützen. Dies soll für städtische Räumlichkeiten und Räume von städtischen Gesellschaften gelten. Gleichzeitig appelliert der Magistrat auch an private Vermieter in der Stadt, ebenso zu verfahren. „Die Stadt Frankfurt am Main besitzt eine große jüdische Tradition. Sie verdankt in vielerlei Hinsicht ihre heutige Rolle und Bedeutung als Stadt der Kultur, der Wissenschaft und des Handels gerade auch dem Wirken großer jüdischer Familien. Frankfurt am Main pflegt zudem mit seiner Partnerschaft zu Tel Aviv eine besondere Nähe zu Israel und hat diese besondere Beziehung in den zurückliegenden Jahren immer weiter ausgebaut. Umso mehr ist es Aufgabe und Verpflichtung der Stadt, engagiert gegen jeglichen Antisemitismus vorzugehen“, betonte Becker.